U18-Landesmeister USV Halle im Quali-Marathon zur Norddeutschen und zu wenig Schlaf
Uns erwartete ein Turnier mit fünf Mannschaften (zweimal Berlin, zweimal Brandenburg und wir), die im „Jeder-gegen-jeden“-Format um die beiden oberen Tabellenplätze kämpften, die zum Weiterkommen berechtigt hätten.
Uns erwartete ein Turnier mit fünf Mannschaften (zweimal Berlin, zweimal Brandenburg und wir), die im „Jeder-gegen-jeden“-Format um die beiden oberen Tabellenplätze kämpften, die zum Weiterkommen berechtigt hätten.
Unsere Reise begann an einem mehr oder weniger schönen Samstagmittag gegen 12 Uhr – in mehr oder weniger funktionstüchtigen Autos, mit motivierten Eltern (danke, Familie Cornelius!) und im Prüfungsstress befindlichen Jugendlichen. Zu unserem Glück hatten wir die längste Anreise zum Spielort, der Max-Schmeling-Halle in Berlin, und durften somit ausschlafen und als letztes Team ins Turnier starten.
Zum Auftakt des Turniers trafen wir auf Berlin 1 – eine gewisse Mannschaft namens ALBA Berlin. Um 16 Uhr sollte der Spaß beginnen. Dieses Spiel lässt sich relativ schnell zusammenfassen: Der Gegner war besser als wir – und hat verdient gewonnen. Von Beginn an ließ sich unser Team vom Namen auf dem Trikot der Gegner beeindrucken. Mitte des zweiten Viertels, als der Rückstand bereits deutlich war, fiel uns auf, dass die Jungs in den Trikots auch nur Menschen waren – und gar nicht so überragend gut. Leider kam diese Erkenntnis zu spät, und letztlich ging die Partie vollkommen verdient mit 81:46 an die Jungs mit dem Albatros auf der Brust. Kurz vor Schluss verletzte sich Moritz unglücklich am Knöchel und fiel für den Rest des Wochenendes aus.
Nach Spiel 1 hatten wir kurz Zeit zum Verschnaufen und machten uns mit der Berliner Kulinarik vertraut – doch diese Entspannungsphase sollte nicht lange anhalten, denn um 20 Uhr stand mit der WSG Fürstenwalde der Landesmeister aus Brandenburg als nächster Gegner bereit. Da niemand aus unserem Team wusste, wo Fürstenwalde liegt, hatte auch niemand Angst vor dem Gegner, und wir konnten uns zur Halbzeit einen Vorsprung von immerhin sieben Punkten erarbeiten. In Halbzeit zwei wurde immer deutlicher, dass unser Kader in der Breite deutlich stärker war und beim Gegner jeder Angriff nur über zwei Spieler lief. Das hieß: weit absinken und den Rollenspielern beim Dreier-Danebenschießen zuschauen. Als sich dann auch noch bemerkbar machte, dass die Konditionseinheiten Früchte getragen hatten, konnten wir uns im vierten Viertel klar absetzen und das Spiel mit 102:80 für uns entscheiden. Positiv hervorzuheben ist, dass fünf Spieler auf unserer Seite zweistellig punkteten – und Johannes sogar einen Freiwurf getroffen hat.
Ein Blick auf die Uhr verriet nichts Gutes: Wir verließen die Halle kurz nach 22 Uhr – in dem Wissen, dass wir in weniger als zehn Stunden, nämlich um 8 Uhr morgens, wieder hier sein würden. Also ging es schnell ins Hotel, unweit der Spielstätte. Nach einem wieder sehr gesunden und nahrhaften Abendessen fiel uns auf, dass in der kommenden Nacht auch noch Zeitumstellung sein würde. Somit blieben uns nach zwei kräftezehrenden Spielen mit dezimiertem Kader etwa sechs Stunden Schlaf.
Nach viel zu wenig Schlaf, einem immerhin ausgewogenen Hotelfrühstück und einer kurzen Autofahrt meldete sich mit Charly der nächste Spieler ab – womit wir gegen BG Zehlendorf noch mit acht Rhinos an den Start gehen konnten. Der Gegner war klarer Favorit, und für uns war die Devise klar: Keiner sollte sich verletzen, Kräfte einteilen für Spiel 4 – und dann mal schauen, was möglich ist. Im ersten Viertel zeigte sich der Schlafmangel: Der Gegner überraschte mit einer 1-3-1-Zonenverteidigung und hatte relativ leichtes Spiel. Zu leicht? Denn ab dem zweiten Viertel entwickelte sich das bis dahin beste Spiel, das unsere Mannschaft in der gesamten Saison gespielt hatte. Wir kämpften uns immer weiter heran und verkürzten den Rückstand auf bis zu sieben Punkte. Leider hielten die Kräfte nicht ganz bis zum Ende des Spiels, sodass wir uns mit 64:85 geschlagen geben mussten. Doch die Köpfe blieben oben, denn die gezeigte Leistung war mehr als nur gut – niemand hatte sich etwas vorzuwerfen. Ein Mix aus Kampf, harter Defense und Treffsicherheit führte zu einem fantastischen Spiel der U18-Rhinos.
Der Spielplan kannte keine Gnade – um 13 Uhr wartete das Duell USV Potsdam gegen USV Halle. Auf dem Papier sollte Potsdam der vermeintlich leichtere Gegner sein, doch es wurde schnell klar, dass wir konditionell am Ende unserer Kräfte waren, während es für die Potsdamer das erste Spiel des Tages war. Die schwindenden Kräfte führten ab dem zweiten Viertel zu Foulproblemen und nachlassender Genauigkeit im Abschluss. Wir versuchten weiterhin alles, aber am Ende stand ein 68:78 gegen uns.
Weniger als 23 Stunden nach unserer Ankunft in Berlin hatten wir somit vier Spiele gespielt, davon eines gewonnen. Der Trip war dennoch ein großer Erfolg – denn als Team diese Aufgabe so durchzustehen und am zweiten Tag nach viel zu kurzer Nacht noch solche Leistungen abrufen zu können, spricht für wahre Stärke und guten Zusammenhalt.
Für Rhinos spielten:
Niilo, Konsti, Danylo, Johannes, Lewin, Jakob, Sonam, Charly und Moritz