Spannender Saisonauftakt – Rhinos verlieren knapp gegen Tiergarten ISC 99
Die Rhinos starteten furios in die Partie und zeigten von Anfang an, dass sie die Heimpremiere ernst nahmen. In den ersten zwei Minuten gelang ein 6:0-Lauf, angeführt von erfolgreichen Dreiern von Alexander Herrmann und Constantin Finger. Die Halle tobte, und das Team setzte damit sofort ein deutliches Ausrufezeichen.
Doch die Gäste aus Berlin, die in Bestbesetzung angereist waren und ihre erfahrenen Leistungsträger aufbieten konnten, antworteten umgehend. Mit einem starken Lauf übernahmen sie kurzzeitig die Kontrolle und zwangen die Rhinos, konzentriert in der Verteidigung zu bleiben. Die Berliner zeigten dabei ihre Erfahrung und nutzten gezielt die Schwächen der Gastgeber aus.
Bis kurz vor Ende des Viertels wechselte die Führung mehrfach. Erst ein Dreier von Niklas Benndorf sechs Sekunden vor der Viertelpause brachte die Rhinos wieder auf Tuchfühlung. So endete das erste Viertel knapp mit 16:17 – ein spannender Auftakt, der bereits die hohe Intensität und die knappe Konkurrenz auf beiden Seiten andeutete.
Das zweite Viertel begann, wie das erste geendet hatte: Niklas Benndorf eröffnete mit einem weiteren Dreier und brachte die Rhinos kurzzeitig in Führung. Doch in der Folge zeigte Tiergarten seine ganze Routine. Mit viel Erfahrung und cleverer Ballbewegung setzten sich die Gäste Schritt für Schritt ab. Die Rhinos fanden in dieser Phase nicht richtig ins Spiel, verfehlten mehrere offene Würfe und ließen die notwendige Konsequenz im Abschluss vermissen.
Trotzdem blieb die Intensität auf dem Feld hoch. Vor allem in der Defense kämpften die Rhinos unermüdlich. Vier Minuten vor der Pause fanden die Hallenser wieder besser ins Spiel und starteten einen 12:5-Lauf, der die Halle noch einmal richtig mitriss. Erst eine Auszeit von Tiergarten bremste den Schwung der Gastgeber. Danach übernahmen die Berliner erneut die Kontrolle, nutzten ihre Erfahrung und bauten den Vorsprung bis zur Halbzeit auf 43:32 aus.
Das dritte Viertel begann vielversprechend für die Rhinos. Niklas Benndorf eröffnete den Abschnitt mit zwei aufeinanderfolgenden Dreiern und verkürzte damit zunächst den Rückstand auf 38:45. Danach folgten sieben Minuten intensiver Spielminuten, geprägt von starker Defense, hohem Tempo und körperlicher Präsenz auf beiden Seiten. Beide Teams kämpften um jeden Ball, doch zunächst konnte keine Mannschaft entscheidend davonziehen.
In dieser Phase zeigte Mark Chetverhov sein Debüt und hinterließ gleich einen starken Eindruck. Mit nur drei Minuten Einsatzzeit demonstrierte er, dass er das Team bereichern kann, und ließ die Zuschauer bereits erahnen, welche Akzente von ihm in der kommenden Saison zu erwarten sind.
Die Rhinos arbeiteten weiter konzentriert in der Verteidigung und kamen durch Rajat Karanam Ramamurthy sowie Marcus Zawatzki zehn Sekunden vor Ende des Viertels noch einmal zum Abschluss. Das Viertel gewannen die Rhinos knapp mit 1 Punkt, und der Rückstand auf Tiergarten blieb bei 46:56. Trotz der knappen Differenz war deutlich spürbar, dass das Team den Anschluss halten konnte und sich gut auf die zweite Halbzeit vorbereitete.
Das Schlussviertel begann mit viel Energie auf beiden Seiten. Jonas Groth überzeugte mit starker Defense und schnellem Zug zum Korb, eröffnete den Abschnitt an der Freiwurflinie und brachte die Rhinos wieder in Schlagdistanz. Halle spielte mutig, bewegte den Ball gut und suchte immer wieder den Weg zum Korb, während die Defensive weiterhin aggressiv, diszipliniert und aufmerksam agierte und die Berliner immer wieder zu schwierigen Würfen zwang.
Sechs Minuten vor Schluss kamen die Rhinos nach gutem Teamspiel bis auf 54:60 heran – die Partie war völlig offen. Tiergarten fand jedoch immer wieder die richtigen Antworten, spielte seine Erfahrung aus, während die Rhinos in der Defense weiterhin Druck machten, Passwege zustellten und jeden Angriff intensiv verteidigten.
3:31 Minuten vor Ende spitzte sich das Spiel zu: Nach mehreren technischen Fouls wurde der Head Coach des Tiergarten ISC 99 disqualifiziert und aus der Halle verwiesen. Beim Stand von 57:66 war für die Rhinos noch alles drin.
In der spannenden Schlussphase kämpften die Rhinos weiter beherzt. Zwei Minuten vor Schluss trafen Rajat Karanam Ramamurthy und Alexander Herrmann wichtige Dreier und verkürzten auf 63:68 – nur noch fünf Punkte Rückstand. Tiergarten nahm erneut eine Auszeit und stellte sich taktisch neu auf, konnte den Vorsprung jedoch halten.
Trotz des großen Einsatzes der Rhinos blieben viele Chancen ungenutzt, insbesondere von der Freiwurflinie: Mit nur 12 von 21 getroffenen Freiwürfen (57 %) wurden wertvolle Punkte liegen gelassen, die den knappen Ausgang möglicherweise hätten beeinflussen können.
Am Ende sicherte sich Tiergarten ISC 99 den Sieg mit 76:70. Die Rhinos zeigten jedoch eine starke, kämpferische Leistung, eine bemerkenswerte Defensive und hinterließen viele positive Ansätze für die kommenden Aufgaben.
Für die Rhinos spielten:
Mark Chetverhov, Niklas Benndorf (19 Pkt.), Constantin Finger (11 Pkt.), Jonas Groth (12 Pkt.), Jan Luca Göttker, Alexander Herrmann (10 Pkt.), Rajath Karanam Ramamurthy (5 Pkt.), Malcolm Neufert (3 Pkt.), Martin Pötschke, Felix Zapf (7 Pkt.), Marcus Zawatzki (3 Pkt.)
Protest
Die USV Halle Rhinos haben offiziell Protest gegen die Spielwertung eingelegt, da der disqualifizierte Trainer des Tiergarten ISC 99 nach dem Hallenverweis sichtbar weiterhin Einfluss auf das Spielgeschehen genommen hat.
Ausblick
Trotz des Fehlens einiger Spieler, die an diesem Spieltag noch nicht zur Verfügung standen – Benedict Simon verletzungsbedingt, Janik Godau aufgrund einer Reise, Jan Luca Göttker angeschlagen und Ben Nötzel weiterhin verletzt – zeigte das Team der USV Halle Rhinos eine beeindruckende Leistung. Der Umbruch nach der letzten Saison mit den Abgängen der Radestock-Brüder und weiteren Veränderungen im Kader wurde bereits beim Saisonauftakt gut gemeistert. Das Zusammenspiel auf dem Feld wirkte geschlossen, mutig und engagiert, und unter dem neuen Trainer an der Seitenlinie zeigte die Mannschaft sowohl taktische Disziplin als auch eine hohe Einsatzbereitschaft. Besonders erfreulich war die Art und Weise, wie junge Spieler, neue Teammitglieder und erfahrene Akteure zusammenwirkten – ein positives Signal für die kommenden Spiele und die weitere Entwicklung der Saison.
Trainer Hannes Reichert sagte nach dem Spiel:
„Wir haben ein tolles Spiel gezeigt. Mir hat es großen Spaß gemacht, und wir können stolz auf uns sein.“
In den nächsten drei Wochen haben die Rhinos Zeit, sich weiter auf die Saison einzustellen, bevor es am 18. Oktober zum Auswärtsspiel beim Berliner SC geht. Das nächste Heimspiel steigt als Doppelspieltag am 1. November in der Dreifelderhalle der Sportschulen Halle gegen Cottbus. Darauf können sich die Fans auf jeden Fall freuen, denn das Team hat bereits gezeigt, dass es mutig auftritt, zusammenhält und spannende Basketballmomente liefert.